Drucken

Umtopfen im Vorstand

 

Gartenbauer wählen neuen zweiten Vorsitzenden, Kassier und Schriftführer - Josef Häckl bleibt Chef

 

Kemnath. (jzk) Die Ernte seiner Arbeit fuhr Josef Häckl in der Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) ein. Die Mitglieder sprachen dem Vorsitzenden in der "Fantasie" erneut das Vertrauen aus. Änderungen gab es allerdings bei den weiteren Vorstandsposten.

Neue zweite Vorsitzende ist die bisherige Schriftführerin Monika Schreyer-Herr. Sonja Pemp hatte nicht mehr kandidiert. Dritter Mann an der Spitze bleibt Josef Frank. Die Kasse führt künftig Doris Gallei, das Protokoll Werner Rupprecht, der auch für die gelungene Homepage verantwortlich zeichnet.

Zur Riege der zehn Beisitzer stießen Elisabeth Häckl, Petra Miedel, Isolde Schraml und Claudia Wöhrl neu dazu. Die Wahlen leiteten die Bürgermeister Werner Nickl und Josef Krauß sowie Kreisfachberater Harald Schlöger.

Josef Häckl (rechts) führt weiterhin den Obst- und Gartenbauverein. Als Stellvertreterin steht ihm künftig Monika Schreyer-Herr (vorne, Dritte von links) zur Seite. Neue Schatzmeisterin ist Doris Gallei (Dritte von rechts), neuer Schriftführer Werner Rupprecht (Fünfter von rechts). Bild: RPP

Vogelscheuchen gebastelt

Nach dem Totengedenken legte Häckl seinen Tätigkeitsbericht vor. Demnach war 2013 vor allem durch die Beteiligung an der Gartenschau in Tirschenreuth mit dem Thema "Beerenobst" und an der Bayern-1-Sommerreise geprägt. Die Gartler waren neben den Tätigkeiten im OGV-Garten zudem kreativ bei Flecht- und bei Pflasterarbeiten.

Die Jugendgruppe Petersiliengurus hatte unter anderem für die Gartenschau in Tirschenreuth Vogelscheuchen gebaut. Die Künstler bekamen an diesem Abend Gutscheine zum Pizzaessen überreicht. Neben dem Schmücken der Brücke am Primianusplatz zu Ostern waren die Gurus beim Erdbeerpflücken und beim Gemüsegrillen als Teil des Ferienprogramms aktiv. Im Herbst prämierte der Verein den "Zucchinikönig".

Das Seeleiten-Team um Mariele Schönberger übernahm erneut die Pflege von Teilen der städtischen Grünanlagen. "Insgesamt wurden über 160 Stunden ehrenamtlich geleistet", freute sich Josef Häckl.

Wichtige Veranstaltungen waren die Pflanzentauschbörse am 1. Mai, die auch 2014 wieder an diesem Tag vorgesehen ist, die Vereinsfahrt nach Irland und die Herbstversammlung. Die Adventsfeiern der Petersiliengurus und des OGV beschlossen das Vereinsjahr.

Zwei Euro mehr im Jahr

Positiv fiel der Kassenbericht von Daniel Wöhrl aus. Die Revisoren Dieter Weber und Werner Dollhopf bestätigten ihm eine einwandfreie Arbeit. Die Mitglieder beschlossen eine Erhöhung des Jahresbeitrags um zwei Euro.

Bürgermeister Werner Nickl dankte dem Seeleitenteam und dem Verein für die Arbeit zum Wohle der Stadt mit einem Scheck. Josef Häckl stellte das Jahresprogramm vor. Neben dem Gartlerstammtisch, der ab Juni jeden ersten Mittwoch im Monat stattfindet, sind am 20. Juni eine Vereinsfahrt nach Rain am Lech und in den Garten von Barbara Krasemann geplant. Die Landschafts- und Kulturreise vom 3. bis 7. September führt nach Südtirol.

Vorsitzender Josef Häckl bedankte sich bei seinen Mitstreitern in der Vereinsleitung und allen Helfern. Es schloss sich ein Vortrag von Harald Schlöger über "Urban Gardening - Begrünung im städtischen Bereich" an.

 

Mit Grün für Farbtupfer sorgen

Kreisfachberater Harald Schlöger: Blumen und Pflanzen werten jede Stadt auf.

Kemnath (jzK): Ein Blick von oben verrät's: Kemnath ist grün, vor allem im Zentrum. Kreisfachberater Harald Schlöger nahm das in der Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) erfreut zur Kenntnis. Denn: Ausreichende Grünflächen seien für die Lebensqualität der Bürger sehr wichtig.

Harald Schlöger warb bei den Gartenbauern für mehr Grün in den Städten. Bild: RPP

 

Seine Ausführungen zum Thema "Urban Gardening" - Unsere Stadt blüht auf - Bürger engagieren sich für das öffentliche Grün" unterlegte unter anderem mit Luftbildern der Stadt und Aufnahmen aus Orten des Landkreises, die zeigten, dass Kemnath in dieser Beziehung eine Vorreiterrolle einnimmt. Erkennbar ist das laut Schlöger schon unter anderem an den angelegten Verkehrsinseln und dem gestalteten Kreisverkehr in der Bayreuther Straße. Den Verantwortlichen im Rathaus sei die florale Gestaltung der Stadt offenbar wichtig. Dazu trage sicherlich auch die ehrenamtliche Arbeit des Seeleitenteams des OGV bei. Auch die blühenden Straßengräben bei den Einfahrten nach Kemnath stellte er positiv heraus.

Der Seeleitenpark, der auch im Gartenführer "Garten und Parks in der Euregio Egrensis, Tachov und Eger" aufgeführt ist, sei neben dem Fischbrunnen, Spielfisch und Phantastischen Karpfenweg beispielgebend für eine gelungene Gestaltung von städtischem Grün. Mit Sommerblumen in Kästen und Gefäßen am Balkon und an den Fenstern könne fast jedes Gebäude verschönert und damit das gesamte Ortsbild positiv geprägt werden. Diese Bereiche könnten zu einer "Wohlfühl-Oase" im Freien werden.

"Betonmauern und Fassaden vertragen Grün.", meinte Schlöger. Jeder könne zwischen laubabwerfenden oder schwachwachsenden Kletterpflanzen wählen. Auch Spalierobstbäume eigneten sich für Fassaden, ohne dass das Fundament der Häuser angegriffen wird. Einjährige Pflanzen wie die Feuerbohne, die Schönranke, die schwarzäugige Susanne oder Zierkürbisse und die Trichterwinde dienten sowohl der Begrünung als auch als Sichtschutz.

"Für die Insektenvielfalt in einem Ort sind Blumenwiesen sehr wichtig. Säen Sie diese in einem Teil Ihres Hausgartens an", regte Schlöger an. Passendes Saatgut gab es anschließend zu erwerben.

Dann ging der Referent auf die weltweite Bewegung des "Urban Gardening" ein und zeigte Bilder vom "Guerilla Gardening" aus New York, wo auf Hochhausdächern Gärten angelegt werden. Weiterhin erläuterte er, dass "Samenbomben" in den Städten auf verbliebene Erdreste geworfen werden, um diese zu begrünen.