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Bericht Praktischer Vortrag von Gartenpfleger Florian Frank: "Gärtnern 2014"

 

"Rosen schneidet man, wenn die Forsythie blüht!"

 

Kemnath (rpp): Bei bestem Gartlerwetter fanden sich zahlreiche Interessierte auf dem OGV-Gelände ein um sich über die neuesten Trends rund um das Garteln zu informieren.

 

Um im Garten richtig und effektiv arbeiten zu können ist es wichtig die richtige Ausrüstung zu haben. Deshalb stellte Florian Frank zu Beginn die wichtigsten Gartenhelfer bzw. Werkzeuge vor. Hier wären zunächst der sog. Astteufel, Garten- bzw. Rosenscheren und Zugsägen zu nennen. Die Zugsägen sind Bügelsägen auf jedem Fall vorzuziehen, da sie bei eingeengten Platzverhältnissen viel leichter zu verwenden sind. Bei Garten- und Rosenscheren empfiehlt es sich diese ca. fünf Minuten lang vor Gebrauch in Spiritus zu tauchen, damit evtl. Krankheitserreger nicht von einer Pflanze zur nächsten übertragen werden. Zum Schärfen von Garten- bzw. Rosenscheren nimmt man am besten spezielle Feilen. Damit gelingt das Schärfen besser als mit Winkelschleifer oder anderem Gerät, denn hier besteht die Gefahr, dass die Schneide ausglüht. Immer beliebter werden bei den Gartlern die Akkuwerkzeuge, da man ohne Kabel frei und ungehindert arbeiten kann. Für die Laubarbeiten im Herbst empfiehlt Florian Frank Fächerbesen aus Nylon. Diese sind sehr robust und es gibt sie in unterschiedlichen Breiten.

Weitere nützliche Gartenhelfer sind Pflanztöpfe aus Kartonagen, Holschnüre, Schilfmatten und Gartenhandschuhe. Pflanztöpfe aus Karton haben den großen Vorteil, dass die Pflanze zusammen mit dem Pflanztopf eingepflanzt werden kann und die Wurzeln dann langsam durch den Pflanztopf hindurchwachsen. Holschnüre aus Gummi geben nach und schneiden deshalb nicht ein. Schilfmatten übernehmen 3 wichtige Funktionen. Sie schützen den Baum vor Wildverbiss, bieten einen Verdunstungsschutz und beugen Frostrissen vor.

 

 

Für den Obstbaumschnitt ist jetzt oder in der Zeit um Johanni der richtige Zeitpunkt. Der Obstbaumschnitt im Dezember oder Januar hat laut Florian Frank den Nachteil, dass die Schnittwunden ca. 3 Monate offen stehen und erst dann der Wundverschlußbeginnt. Der Einsatz von speziellen Wundverschlussmitteln hilft da in der Regel auch nicht, es besteht vielmehr die Gefahr, dass sich die Krankheitserreger wie z. B. Pilze unter dem Wundverschlußmittel vermehren. Wenn der Baum jetzt geschnitten wird, kann er sofort mit dem Wundverschlußbeginnen. Der Vorteil des Obstbaumschnitts um Johanni ist, dass der Baum auf den Schnitt nicht so stark mit Wasserschossern reagiert. Kirschbäume schneidet man am besten mit oder nach der Ernte.



Gartenpfleger Florian Frank zeigt fachgerechten Gehölzschnitt.

 

Ein ganz wichtiges Thema für jeden Gärtner oder Gartler ist das Düngen. Prinzipiell unterscheidet man zwischen mineralischem und organischem Dünger. Es gibt aber auch Dünger bei denen beide Komponenten enthalten sind. Laut Florian Frank hat man beim Einsatz von mineralischem Dünger bei ungünstigen Bedingungen das Risiko das Verbrennungen auftreten können. Bei organischem Dünger ist das nicht so. Wird z. B. im Frühjahr Kalk-Stickstoff im Gemüsegarten ausgebracht, dann sollte man unbedingt erst mal 2 Wochen warten und dann erst mit der Aussaht oder den Pflanzungen beginnen.

Wer gerne organisch düngt, dem empfiehlt Florian Frank Hornspäne und Knochenmehl zu mischen. Damit hat man dann kurzfristig und längerfristig gedüngt.

 

Zu den Pflanzentrends 2014 gehören aus der Sicht von Florian Frank Dahlien in Verbindung mit Stauden. Auch die Wiesenraute und die Traubenveronika (in rosa Farbtönen) sind stark im Kommen. Die Gaura (Prachtkerze) in Farbtönen weißbis rosa für lockere Böden gehört aus seiner Sicht ebenfalls dazu. Sie ist aber leider nur bedingt winterhart. Der letzte milde Winter war ideal für die Gaura. Es gab praktisch keinen Ausfall.

 

Zu den Gartentrends im Bereich "Urban Gardening" gehört das sog. Bäckerkistenhochbeet. Eine Kiste, die unten Löcher hat, ähnlich den Bäckerkisten, wird seitlich mit Unkrautvlies ausgekleidet und mit Erde vollgefüllt und angepflanzt. Schon ist das Minihochbeet fertig. Wer Lust und den nötigen Platz hat kann natürlich mehrere aneinander reihen oder aufeinander stapeln. Ein weiterer Trend ist, Kartoffeln in Töpfen anzupflanzen.

 

Zum Schlußseines praktischen Vortrags ging Florian Frank noch kurz auf den Pflanz- und Strauchschnitt ein. Bei uns in Mitteleuropa ist es üblich, dass Obstbäume in der Mitte einen Leittrieb haben und sich darum drei Leitäste mit jeweils ca. 45 Grad Neigung anordnen (ähnlich dem Mercedes-Stern). Nach ca. einem Meter wiederholt sich das.

 

Für den Rosenschnitt gab Florian Frank den interessierten Gartlern einen Merksatz mit auf den Weg nach Hause: "Rosen schneidet man, wenn die Forsythie blüht!" Er empfahl den Gartlern sich beim Rosenschnitt weniger an ein festes Datum zu orientieren, sondern sich lieber an den Merksatz zu halten!