Ilona Rümpelein spricht in Herbstversammlung des Obst- und Gartenbauvereins übers Räuchern

Wohltuende Rauchzeichen

Dichter Rauch quillt aus dem Nebenzimmer der Gaststätte "Fantasie" in Kemnath. Doch die Schwaden stammten zum Glück nicht von einem Brand, sondern vom Obst- und Gartenbauverein.

Er hatte zur Herbstversammlung eingeladen, bei der es unter anderem um "Die wunderbare Welt des Räucherns" ging. Dabei erhielten die Gäste von Referentin Ilona Rümpelein auch praktische Beispiele und Geruchsproben.

 



Sie erklärte den uralten Brauch, der sich aus der Notwendigkeit des Haltbarmachens von Lebensmitteln bis hin zur Stimulierung von Körper und Geist entwickelt hat. Neben den dabei eingesetzten Harzen und Kräutern seien auch das richtige Gefäß und die korrekte Handhabung wichtig. Das feuerfeste Gefäß wird mit Sand gefüllt. Darauf kommen glühende Räucher-Kohlen, die wiederum mit Harzen oder Kräutern belegt und so langsam zum Rauchen gebracht werden.

Wer für große Gefäße keinen Platz findet, kann auch Räucherstövchen verwenden. Um deren Kupferpfannen nicht zu verkleben, empfahl Rümpelein ein Stückchen Alufolie unterzulegen.Wer diesen Aufwand nicht betreiben möchte, kann Räucherstäbchen verwenden.

Im Mittelalter auch bei okkulten Praktiken verwendet, dient das Räuchern heutzutage zur inneren Reinigung, zur Beruhigung und Zentrierung sowie zur positiven Beeinflussung der Gesundheit. "Dabei finden Sie vieles in Ihrem Garten, das sie nützen können", meinte die Rednerin. Die Kräuter sollten an einem sonnigen trockenen Tag, am besten um die Mittagszeit geerntet werden. Aufgehängt an einem gut durchlüfteten und schattigen Platz, können diese trocknen.

Die Wirkung der Kräuter ist ähnlich wie bei Tee. So vertreibt Beifuß alle Übel, Brennnesselsamen heizen das Feuer der Liebe an, Eukalyptus tötet Keime ab, Fichtennadeln dienen zur Reinigung und Desinfektion, Myrrhe dem Schutz sowie der Reinigung und bringt Körper, Geist sowie Seele in Harmonie. Johanniskraut hellt laut Rümpelein die Stimmung auf.

Auch Weihrauch stellte die Referentin vor. An dessen Farbe sei die Qualität erkennbar. Je heller der Weihrauch sei, desto besser sei die Güte. Allerdings empfahl Rümpelein, genau in sich hinein zu horchen, wie der Körper auf den Geruch und den Rauch reagiert. Nicht jeder Weihrauch sei für alle gleich gut geeignet. Besonders Mutige durften den Kauweihrauch ausprobieren, der in der Runde gar nicht bekannt war. Er hilft bei Zahnschmerzen, Verbrennungen sowie Entzündungen im Mund.

Abschließend ging die Rednerin auf die Orakelzeit der Rauhnächte ein. Beginnend am ersten Weihnachtsfeiertag, werden die Stimmung in der Familie, die Träume und das Wetter des Tages notiert. Jeder der zwölf Tage stehe dabei für einen Monat im neuen Jahr. Durch das Räuchern könne man dann die negativen Energien besänftigen.

Vorsitzender Josef Häckl dankte der Referentin mit einem Blumenarrangement. Ebenso ließ er mit einer Fotopräsentation die Aktionen des Gartenjahres Revue passieren. Neben Baumaßnahmen stellten die Portugal-Reise und der "Tag der offenen Gartentür" die Höhepunkte dar. Geschätzte 1200 Gäste besuchten an diesem Tag den Vereinsgarten. Bezüglich der neu angelegten Streuobstwiese informierte Häckl, dass mittlerweile alle Obstbäume einen Paten gefunden haben.

Als nächsten Termin kündigte der Vorsitzende einen Bastelabend am Montag, 11. Dezember, ab 19 Uhr in der Vereinshütte an. Dabei vermittelt Christine Rupprecht die Flechttechnik für Fröbelsterne. Bis 28. Oktober nimmt sie unter Telefon 09642/7034550 Anmeldungen entgegen. Die Jahresabschlussfeier ist am 8. Dezember im Landgasthof Busch in Kötzersdorf.

 

Hier können Sie die Notizen zum Vortrag, die uns die Referentin Ilona Rümpelein freundlicheweiser zur Verfügung gestellt hat, herunterladen:

 

Räuchern mit Kräutern in Räumen