Erziehung ist nötig

Ein Obstbaum ist schnell gekauft. Aber wie geht es dann weiter? Auf diese Frage hatte die Baumwartin Katharina Hage vom Obst- und Gartenbauverein Kemnath beim Obstbaumschnittkurs die richtigen Antworten.

Es ist wichtig beim Kauf auf die Wurzelunterlage zu achten, denn sie bestimmt die Größe des Baumes und nicht etwa ob man einen Halb- oder Hochstamm kauft. Letzteres liefert nur eine Aussage darüber, ab welcher Höhe die ersten Äste sind. Dies bedeutet auch, dass die Unterlage den späteren Platzbedarf des Baumes auf dem Grundstück bestimmt, leitete Hage ein.

Die heutigen Sorten sind auf hohen Ertrag gezüchtet, sie gehen daher zu schnell in den Ertrag und das, obwohl ihr Astgerüst noch zu schwach sei. Die Jungen Obstbäume brauchen deshalb nach dem Pflanzschnitt ca. fünf bis zehn Jahre lang jährlich einen Erziehungsschnitt. Damit werden ein tragfähiges Astgerüst erzogen und günstige Belichtungsverhältnisse geschaffen. Darüber hinaus werden durch den jährlichen Schnitt der Neutrieb gefördert und eine hohe Fruchtqualität erzielt.


Mit dem Erziehungsschnitt fördert man die Bildung eines tragfähigen Astgerüsts und damit die Basis für eine hohe Fruchtqualität, erklärt Katharina Hage.

Hage erklärte auch die Unterschiede zwischen Pflanzschnitt, Erziehungsschnitt und Erhaltungsschnitt.

Sie empfiehlt, dass man soweit möglich versuchen soll auf drei Leitäste zu schneiden, so dass sie wie ein Mercedes-Stern angeordnet sind. In Ausnahmefällen kann man auch vier Leitäste stehen lassen. Sie brachte den interessierten Kursteilnehmern auch Begriffe wie Saftwaage, schlafende Augen und Leitergasse nahe.

Als Faustregel gab Hage den Teilnehmern den Merksatz, „was steil steht - wächst, was waagrecht steht - trägt und was nach unten hängt - stirbt ab“ mit beim Schnitt zu bedenken.

Auch auf die Sicherheit und Hygiene ging die Baumwartin ein. Sie empfiehlt eine Leiter mit Erdspießen zu verwenden, sie sind einfach sicherer, so Hage. Ist ein Baum fertig geschnitten, sollten die verwendeten Astscheren mit Spiritus oder hochprozentigem Alkohol desinfiziert werden, damit man nicht Krankheiten von einem Baum zum Nächsten überträgt.

Mit vielen neuen Tipps und Tricks ausgestattet können die Kursteilnehmer nun im eigenen Garten ans Werk gehen und ihre Bäume erziehen.


Die Grundlagen für den richtigen Wuchs sind nun gelegt. Baumwartin Katharina Hage (rechts) zeigte den Kursteilnehmern den fachgerechten Jungbaumschnitt.

 


Der junge Obstbaum vor dem Schnitt.

 


In luftiger Höhe zeigt Baumwartin Katharina Hage wie man zum richtigen Schnitt ansetzt.